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Liebe Mitglieder und Freunde der DGM, liebe Leserinnen und Leser,

die Aufgabenbereiche der DGM-Fachausschüsse und Arbeitskreise sind ein Spiegel der zeitgenössischen gesellschaftlichen Herausforderungen. Das gilt inzwischen nicht zuletzt für das Schlüsselthema „Umwelt“ – auch wenn sich dem Laien nicht sofort erschließt, dass zum Beispiel die Entwicklung von Hochtemperaturwerkstoffen einen zentralen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leistet. Schon eher eingängig ist der Nutzen von Leichtbaumaterialien im Verkehrswesen. Und dass wir heute ohne „Recycling“ längst in Müllbergen versinken würden, weiß jedes Schulkind.

Der Blick in die 100-jährige Geschichte der DGM zeigt indes, dass unsere Gesellschaft hier zunächst eher zögerlich reagierte. Sowohl der Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh) als auch die Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute begannen schon in den 1950er Jahren, sich mit der Luftreinhaltung auseinanderzusetzen – dem seinerzeit drängendsten Umweltproblem. Und bereits 1971 gründeten der VDEh und der Verein Deutscher Gießereifachleute ihre eigenen Umweltausschüsse.

Der Blick in die DGM-Geschichte zeigt zudem, dass auch das Recycling keine Erfindung unserer Zeit ist. So erläuterte der damalige DGM-Vorsitzende Otto Asbeck schon anlässlich der Hauptversammlung 1975 in Nürnberg, dass der Korrosions- bzw. Oxidationsvorgang als Umkehr des Vorgangs der Erzreduktion aufgefasst werden könne: Dieser „Kreislauf der Natur“, so Asbeck, „war schon lange Zeit in Praxis und Forschung aktuell, bevor das Schlagwort ´Recycling´ aufkam.“ Trotz dieses Interesses in den eigenen Reihen beschloss der DGM-Vorstand damals, hier keinen eigenen Ausschuss zu gründen, sondern interessierten Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, „sich an den Arbeiten des VDEh auf dem Gebiet des Umweltschutzes zu beteiligen“.

Leider kann man von heute aus nur Vermutungen anstellen, warum die DGM – trotz des gewiss vorhandenen Bewusstseins gegenüber der Umweltproblematik – auch in den folgenden Jahrzehnten auf einen eigenen Umwelt- oder Recyclingausschuss verzichtete. Erst 1995 widmete sich ein Schwerpunkt der Hauptversammlung in Bochum dem Thema „Materialwissenschaftliche Aspekte beim Recycling“.

Heute engagiert sich unter anderem der DGM-Fachausschuss „Aluminium“ dem Recycling. Und das von der DGM begleitete BMBF-Projekt MatRessource zu Materialien für mehr Ressourceneffizienz ist seit 2012 ebenfalls wegweisend auf diesem Feld. Auch hier ist die DGM auf einem guten Weg in ihr zweites Jahrhundert

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende und fruchtbare Lektüre unseres Newsletters.

Ihr
Prof. Dr. rer. nat. Helmut Maier
Ruhr-Universität Bochum
Leiter DGM-Fachausschuss Geschichte

 

 



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