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Sitzung des DGM-Arbeitskreises „Quantitative Gefügeanalyse“ im Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT, Bremen

Zum letzten Treffen am 04.06.-05.06.2018 hatte das IWT Bremen eingeladen. Ein Hauptgrund dafür war die Aufnahme des Instituts in die Leibniz-Forschungsgemeinschaft Anfang des Jahres. Eingeladen hatten Herr Dr. Juling und Frau Geißler.

Der guten Tradition aller bisherigen Veranstaltungen folgend, wurden auch zu dieser alle Erwartungen hinsichtlich Durchführung und perfekter Betreuung erfüllt, so dass wir uns voll auf die anstehenden Themen konzentrieren und diese sachlich und fachlich anspruchsvoll behandeln konnten. Erfreulich war die wiederum gute Teilnehmerzahl von 23 Personen, wobei bedingt durch den gestrigen Stromausfall am Hamburger Flughafen der ebenfalls angemeldete Herr Dr. Menk (Georg Fischer Automotive AG) unsere Veranstaltung leider nicht mehr erreichen konnte.
Der Einleitungsvortrag von Herrn Dr. Juling, Abteilungsleiter Metallographische Analytik, vermittelte einen umfassenden Eindruck von der Struktur und den Tätigkeiten des IWT. Bestehend aus den drei Fachabteilungen Werkstoff-, Verfahrens- und Fertigungstechnik werden in Sonderforschungsbereichen interessante Grundlagenforschungen betrieben.

Die AK-Sitzung war auch diesmal thematisch in vier Bereiche aufgeteilt:
1. Themenbereich Gussanalyse

  • Frau Frieß (GI / RWTH) berichtete über das dritte PbA-Meeting DIAgraph, insbesondere über die Ergebnisse des 2. und Initiierung des 3. Ringversuchs, an denen auch einige Mitglieder des AK teilgenommen haben bzw. teilnehmen werden. Aufgrund des erreichten guten Zwischenstands der Projektbearbeitung und er daraus gewonnenen Erkenntnisse wird ein Folgeprojekt DIAgraph II beantragt (siehe Link zum entsprechenden Pdf-Dokument).
  • In einem zweiten Vortrag stellte Frau Frieß die inhaltlichen Eckdaten dieses Projekts DIAgraph II vor. Neben den zu bearbeitenden inhaltlichen Komponenten sollte hauptsächlich auch das Interesse an einer Mitarbeit im Projektbegleitenden Ausschuss (PbA) geweckt werden. Hier gab es verbale Zustimmungserklärungen, welche mittlerweile auch in eine offizielle Beteiligungsabsicht mündeten (siehe Link zum entsprechenden Pdf-Dokument). Drittens gab Herr Sonntag eine Information zum Stand der Erstellung eines „natürlichen“ Partikelnormals für Normbilder. Dazu wurden thematisch diverse Bildserien zusammengestellt. Mittlerweile erfolgte seitens der verantwortlichen Stellen auch die Freigabe zur Verwendung von in diversen Normblättern enthaltenen Bilddateien. Darüber hinaus wurde angeregt, weiteres, insbesondere Gefügeabweichungen enthaltendes Bildmaterial zu ergänzen. Die Bildserien werden binarisiert, alle Bilder mit einem Identifikator versehen und entsprechend aufbereitet durch Herrn Sonntag an die Firma bvm-maskshop übergeben. Nach deren Angebotsabgabe erfolgt die Beauftragung durch die GFaI, wobei einige AK-Mitglieder ebenfalls Interesse an einem solchen Normal bekundeten. In Abhängigkeit von dieser Interessenlage wird ggf. eine größere Stückzahl beauftragt (siehe Link zum entsprechenden Pdf-Dokument).

2. Themenbereich Reproduzierbares Messen
Seitens Herrn Thieme erfolgte noch einmal eine Bestandsaufnahme zu den bisher durchgeführten Aktivitäten. In Fortsetzung der bisherigen Ringversuche zum reproduzierbaren Messen soll nun ein kompletter Messablauf anhand zur Verfügung gestellter Proben erfolgen. Die Aufgabenstellung, die Bild- / Probenauswahl sowie die Organisation der Durchführung wurden präzisiert. Herr Thieme wird die Aufgabenstellung für den neuen Ringversuch erarbeiten und den Mitgliedern des AK zukommen lassen (siehe Link zum Pdf-Dokument).
Zweiter Beitrag dieses Themenbereichs war die inhaltliche Vorstellung einer möglichen Schulung von Mitarbeitern in der Metallographie in einem geplanten Seminar „Bildanalyse von Gusseisen mit Kugelgraphit – Visuelle und automatische Bestimmung der Nodularität“.

Zielsetzung: Schulung von Mitarbeitern in der Metallographie in der Bildanalyse von Gusseisen mit Kugelgraphit, Vorbereitung auf die neue Norm ISO 945-4. Übungen an konkreten Aufgabenstellungen an Mikroskopen aller BA-Hersteller, Untersuchung selbst mitgebrachter Schliffe
Zielgruppe: Mitarbeiter aus den Bereichen Metallographie und Werkstoffprüfung, Qualitätssicherung
Termin: Frühjahr 2019
Ort: offen, evtl. HDGI

Herr Dr. Steller (BDG) erläuterte das Konzept, wobei in der anschließenden Diskussion angeregt wurde, den sehr gepackten Inhalt der Zweitages-Veranstaltung zu reduzieren und stattdessen weniger Themen mit mehr Intensität zu behandeln. Ein neuer Vorschlag wird durch Dr. Steller erarbeitet.
Vor der zur Tradition gewordenen Abendveranstaltung, diesmal im Bremer Zentrum im Restaurant „John Benton“, ließ es sich Herr Dr. Juling nicht nehmen, eine kurze Führung durch die Bremer Altstadt anzubieten, welche sehr interessante Einblicke in die Architektur, aber auch Geschichte Bremens offenbarte. 

3. Themenbereich Wer macht was?
Hierzu gab es diesmal nur einen Vortrag, was sicher auch daran liegt, dass die meisten Teilnehmer ihr Tätigkeitsprofil schon vorgestellt haben und sich durch die konstante Besetzung nur wenige Neuvorstellungen ergeben. Der interessante Vortrag von Herrn Pfortner (SLV Saarbrücken) lieferte viele Eindrücke und Anregungen zu evtl. im AK zu behandelnden schweißtechnischen Thematiken (siehe Link zum Pdf-Dokument).

4. Themenbereich Verschiedenes
Der hierbei fachlich sehr interessante Vortrag kam von Herrn Dr. Hunkel (IWT Bremen), der ein Thema des Sonderforschungsbereichs 747 aus dem immer wichtiger werdende Anwendungsgebiet der additiven Fertigung vorstellte: „Metallographische Untersuchungen zur intrinsischen Wärmebehandlung bei der Additiven Fertigung des Stahls X40CrMoV5-1“.
Aufgrund der Aktualität der Forschungsergebnisse wird dieser Vortrag hierbei nicht online gestellt. Anfragen können direkt an hunkel@iwt.uni-bremen.de gerichtet werden.
Fachlich nicht ganz so interessant, aber nicht minder wichtig war die Diskussion bzgl. der Positionierung zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Seitens Herrn Sonntag wurde ein entsprechender Text einer Einverständniserklärung vorgeschlagen und dieser mit Präzisierungen nach der Veranstaltung an die AK-Mitglieder verschickt.
Des Weiteren wurde der Punkt der kartellrechtlichen Gegebenheiten und Bestimmungen erörtert. Bei allen FA und AK Sitzungen sollte eine Folie gezeigt werden, die über die Regelungen des Kartellrechts informiert, um kartellrechtlich relevante Absprachen in und im Umfeld der Sitzung zu unterbinden. Dies erfolgte hiermit auch in unserer AK-Sitzung.
Dritter Themenpunkt war die Vorstellung von Zwischenergebnissen des schon in der vergangenen Sitzung vorgestellten INNO-KOM-Projekts „HoMikro“ zur Homogenitätsanalyse von Mikrostrukturen anhand praktischer Beispiele durch Herrn Sonntag (siehe Link zum entsprechenden Pdf-Dokument).

In der abschließenden Diskussion wurden die sich aus den bisherigen Arbeiten ergebenden nächsten Aktivitäten diskutiert und entsprechende Festlegungen getroffen:

  • Durchführung eines weiteren Ringversuchs zum Thema „Reproduzierbares Messen“, V.: Herr Thieme / Herr Jahn
  • Erläuterung eines Algorithmus‘ zur lokal adaptiven Binarisierung von Partikelstrukturen V.: Herr Sonntag
  • Diskussion zu den Auswertemöglichkeiten bainitischer Gefüge, Unterscheidung des Bainits von  Perlit, Martensit und Austenit und evtl. Sorbit; V. Frau Mey
  • Darüber hinaus wurden bereits Zeit und Ort des nächsten AK-Treffens festgelegt. Dieses findet am 19.-20.03. 2019 am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme in Dresden statt. Also den Termin bitte schon einmal vormerken!

Informationen zu allen Fachausschüssen können Sie über die DGM-Homepage unter http://www.dgm.de/fa abrufen.
Wenn Sie Interesse haben, in einem der Ausschüsse aktiv mitzuwirken, schreiben Sie uns eine kurze Mail an fachgremien@dgm.de

Ulrich Sonntag
Leiter DGM-Facharbeitskreis Quantitative Gefügeanalyse



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Redaktion: Dipl.-Ing. Fahima Fischer
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