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Liebe Mitglieder und Freunde der DGM,

nach neun Jahren als wissenschaftliche Geschäftsführerin am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) bin ich seit Mai 2017 Präsidentin der TU Braunschweig. Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, an dieser Stelle ein kurzes Resümee zu ziehen.

Foto: TU Braunschweig

Während meiner Tätigkeit am HZB habe ich die Erfahrung gemacht, dass Großgeräte wie Synchrotronstrahlungsquellen, Freie-Elektrone-Laser oder Neutronenquellen als komplexe Infrastrukturen in Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung eine intensive Zusammenarbeit von großen wissenschaftlichen Teams und technischem wie administrativem Personal erfordern. Dem entsprechend finden sich solche Großgeräte meist an Forschungseinrichtungen, deren wesentliche Mission es ist, sie der nationalen und internationalen Nutzergemeinschaft in einem wissenschaftlich fundierten „peer-review“-Verfahren zur Verfügung zu stellen.

Die Nutzerinnen und Nutzer werden dann von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forschungseinrichtung bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung ihrer Experimente unterstützt. Wesentlich für die Bereitstellung und gezielte Weiterentwicklung von – in vielen Fällen einzigartigen – Instrumenten, Methoden und Probenumgebungen ist der Dialog der Großgerätebetreiber mit der Nutzerschaft. Das geschieht direkt, etwa über einen Nutzerausschuss, den die Nutzenden eines Großgeräts aus ihrer Mitte wählen, über Netzwerke großer Interessenverbände wie DGM, DPG oder Bunsengesellschaft, oder auf spezifischen Konferenzen und Workshops.

Der Austausch mit der wissenschaftlichen Community offenbart kurz- und langfristige Entwicklungen der Forschung. Und er zeigt die Bedarfe auf, die etwa hinsichtlich spezifischer Methoden wie der Zeitauflösung in der Spektroskopie, hinsichtlich der Probenumgebungen etwa für in-situ- bzw. operando-Studien oder bei den Zugangsmodalitäten (schnellerer bzw. häufigerer Zugang für Testexperimente etc.) bestehen. Darüber hinaus dient der Austausch auch der Qualitätssicherung der Nutzerunterstützung.

Eine besondere Rolle kommt der DGM als Repräsentantin der Materialforschung zu: ein Fachgebiet, das viele Disziplinen umfasst, aber häufig spezifische Anforderungen stellt, zum Beispiel bei der Untersuchung bauteilähnlicher Proben oder zur Abbildung realitätsnahe Bedingungen in einer Turbine oder einem thermochemischen Prozess. Eine herausgehobenen Stellung hat dabei auch die Interaktion mit Unternehmen, die durch das Netzwerk der DGM gezielte Informationen über die häufig einzigartigen Möglichkeiten für ihre Entwicklung, und in Einzelfällen auch für die Qualitätssicherung, erhalten – Informationen, die Ihnen den Zugang zu den Großgeräten erleichtern.

Den Großgeräten als komplexen Forschungsinfrastrukturen kommt also eine wichtige Rolle für die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zu. Und der DGM eine wichtige Rolle für die Nutzung dieser Großgeräte.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für den aktuellen Newsletter eine aufschlussreiche Lektüre.

Herzliche Grüße,

Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla
Präsidentin der TU Braunschweig



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