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Arbeitskreis Mikrostrukturmechanik

Der Arbeitskreis Mikrostrukturmechanik tagte am 12. Juni 2017 an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Regensburg unter der lokalen zentralen Mitwirkung von Frau Prof. Aida Nonn.

Zahlreiche Vorträge zu methodischen Neuentwicklungen standen für Erkenntnisgewinn sowie interessante wissenschaftliche Themen. Das in den letzten Jahren entstandene moderne Umfeld der OTH Regensburg bot den passenden Hintergrund für eine angenehme Arbeitsatmosphäre.
Die Sitzung wurde durch eine Begrüßung und Vorstellung der OTH durch Frau Prof. Nonn sowie einem Überblick über den Arbeitskreis und seine Ziele durch Herrn Prof. Schmauder eröffnet. Die anschließenden Fachpräsentationen galten dem Leitthema „Herausforderungen bei der skalenübergreifenden Modellierung von Werkstoffen“. Hierbei wurde ein reichhaltiges Themen­spek­trum geboten von neuartigen Ermüdungsexperimenten bis hin zum Vergleich mit makroskopischen Simulationsresultaten basierend auf idealisierten und realistischen Mikrostrukturen.
Die Sitzung führt sodann in das spannende Thema der skalenübergreifenden Modellierungen ein. Ein klares Highlight dabei war die von Prof. Steinbach (ICAMMS Ruhr-Universität Bochum) vorgestellte vollständige Simulation von martensitischen Stählen, ausgehend von der Schmelze über das Abschrecken bis hin zum Zugversuch, wobei ein neuartiger Phasenfeldansatz mit der sog. „autoka­ta­ly­­tischen Nukleation“ einen zentralen Platz einnimmt. Weiterhin vertreten waren Vorträge zur Kris­tall­plastizität und zum Kapillarfluss in porösen Medien.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung des AK Mikrostrukturmechanik bildete die Schädigungsme­chanik. Dabei war die Ermüdungsrissinitiierung in Edelstahl unter Wasserstoffeinfluss genauso vertreten, wie die Schädigung in hierarchischen Biostrukturen. Der letzte Höhepunkt der Sitzung galt einer besonderen Materialklasse, den faserverstärkten Verbundwerkstoffen. Kernthema war dabei die Simulation deren visko-elastischen bzw. visko-plastischen Materialverhaltens.
Die Abschlussdiskussion befasste sich mit den aufgezeigten anwendungsbezogener Themen und damit, wie man diese praxisrelevanten Neuentwicklungen industriellen Anwendern zugänglich und bekannt machen kann. Zudem wurden Anregungen zur Weiterentwicklung des DGM Fachausschus­ses Computersimulation gesammelt. Als einer der letzten großen Herausforderungen der computer­ge­stützten Materialwissenschaft wurde die Simulation zeitlich langsamer Prozesse wie Kriechen diskutiert. Insgesamt bot die Sitzung wie in vorgesehen ein umfassendes Austauschforum für aktuelle Entwicklungen aus der Wissenschaft, welche es gilt, industriell einzusetzen. Besonderen Dank geht dabei an Frau Prof. Nonn für die Ausrichtung der Sitzung vor Ort.



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Redaktion: Dipl.-Ing. Fahima Fischer
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