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Sitzung des DGM-Arbeitskreises „Quantitative Gefügeanalyse“ am Österreichischen Gießerei-Institut

Das diesjährige Herbsttreffen wurde am 07.11. und 08.11. 2016 am Österreichischen Gießerei-Institut (ÖGI) in Leoben durchgeführt.

Herr Jahn vom ÖGI hatte sich bereiterklärt, die Veranstaltung zu organisieren. Der relativ weiten Anreise geschuldet, wurde der Programmablauf etwas modifiziert. Die Teilnehmer reisten diesmal am (späten) Nachmittag an und trafen sich zum zwanglosen Gedankenaustausch zur Abendveranstaltung im Arkadenhof Schwarzer Adler. Hierbei sowie im weiteren Verlauf der Sitzung war alles perfekt organisiert. Der Dank gebührt Herrn Jahn!

Die Teilnehmerzahl der letzten Treffen wurde diesmal nicht erreicht. Zwar gab es in der Vorbereitung große Zustimmung zum Veranstaltungsort Leoben, jedoch kam bei einigen dann doch die Ernüchterung beim Checken der Anreise-Entfernung und -Zeit. Immerhin haben noch 16 Teilnehmer den Weg nach Leoben gefunden.

Nach der morgendlichen Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch Herrn Sonntag gab der Leiter des Lehrstuhls Gießereikunde, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. phil. Peter Schumacher einen interessanten Überblick über die Tätigkeitsbereiche des ÖGI. Hauptsächlich zu nennen wären Materialprüfung, Numerische Simulation, Schadenfallanalyse, F&E Dienstleistungen sowie insbesondere auch Dienstleistungen zur Optimierung von Gießverfahren und Gusslegierungen (siehe auch Pdf-Dokument im DGM-Upload-Bereich).

Erster Schwerpunkt unserer Veranstaltung war die Vorstellung der Auswerteergebnisse des Ringversuchs „Reproduzierbare Mikroskopie Mess2“. Nach Erhalt aller Messergebnisse (auch denen der „Bummelanten“) wurden die statistische Aufbereitung und Auswertung von Herrn Jahn und Herrn Thieme durchgeführt, Herr Jahn trug die Ergebnisse vor, Herr Thieme steuerte anschließend noch Bemerkungen zur Durchführung und Interpretation des Ringversuchs bei.

Beim Ringversuch selbst war eine große Beteiligung zu verzeichnen. Insgesamt nahmen 32 Teilnehmer von Firmen / Instituten / Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Momentan werden die Ergebnisse analog zum vorangegangenen Ringversuch noch grafisch aufbereitet, in einem Abschlussbericht zusammengefasst und nachfolgend den Teilnehmern und Mitgliedern des Arbeitskreises im DGM-Upload-Bereich zur Verfügung gestellt, wobei die Laborcodes anonymisiert bleiben.

Zweiter Schwerpunkt war dann die Präsentation der Ergebnisse des parallel laufenden Ringversuchs Guss2: „Untersuchung von Graphitformen anhand mikroskopischer Aufnahmen von Eisenguss-Proben“ durch Herrn Sonntag. Auffällig war hierbei zum einen die relativ geringe Beteiligung (8 Teilnehmer), zum anderen die Tatsache, dass nicht in allen Laboren immer alle Teilaufgaben erfüllt wurden. Insbesondere die Teilaufgabe 3, Klassifika­tor­erstellung, hat sich als sehr anspruchsvoll herausgestellt und wurde aufgrund der begrenzten Zeitfonds der Teilnehmer nur von einem einzigen in Angriff genommen. Da eine weitaus größere Beteiligung bei dem parallel durchgeführten zweiten Ringversuch zum reproduzierbaren Messen zu verzeichnen war, sollte in dieser Thematik zukünftig der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegen.

Mit Stand 08.12.2016 liegt der Abschlussbericht zu diesem Ringversuch Guss2 vor und wird zusammen mit einem Teilnahmezertifikat an die Mitwirkenden versendet. Parallel dazu wird der Bericht als Pdf-Datei den Teilnehmern und Mitgliedern des Arbeitskreises im DGM-Upload-Bereich zur Verfügung gestellt, wobei auch hier die Laborcodes anonymisiert bleiben.

Ein weiterer Diskussionspunkt wurde schon im Vorfeld der Sitzung von Herrn Moll aufgeworfen, wobei er selbst nicht anwesend sein konnte und die Problematik von Herrn Sonntag dargelegt wurde.

Hierbei ging es um die Mitarbeit bei der Normgestaltung für die in Überarbeitung befindliche Norm: DIN 50600 Prüfung metallischer Werkstoffe – Metallographische Gefügebilder - Abbildungsmaßstäbe und Formate.

Herr Moll ist Mitglied des zugehörigen Normenausschusses NA 062-01-31. Diese ursprüngliche Norm stammt aus dem Jahr 1980 und berücksichtigt noch nicht ausreichend die Aspekte der digitalen Bildverarbeitung. Unser Part sollte bzw. soll sein, entsprechende Vorschläge zu machen, was in dieser Norm diesbezüglich noch zu ändern bzw. zu ergänzen wäre. Herr Moll hatte dazu eine Kommentartabelle bereitgestellt, welche allen Mitgliedern des AK zwecks der Einbringung von Vorschlägen am 22.11.2016 schon übersendet wurde.

Wie auch in der Veranstaltungen zuvor gab es wieder zwei sehr interessante Vorträge in der Rubrik: „Teilnehmer stellen sich vor – Wer macht was?“

  • „Mein Aufgabenspektrum bei OLYMPUS SOFT IMAGING SOLUTIONS GmbH“,  Frau Christiane Schrand
  • „Meine Ausbildung zum Werkstoffprüfer bei Continental Automotive GmbH in Limbach-Oberfrohna“, Frau J. Roßmann

Des Weiteren kamen noch einige organisatorische Dinge zur Sprache:

Diskutiert wurde die Möglichkeit der Erstellung eines Partikelnormals für die Eisenguss-Problematik. Es soll eine Vorlage geschaffen werden, die aus natürlichen Partikelstrukturen aller 6 Formklassen gemäß EN  ISO 945 besteht und anschließend als Laserplot etc. eingraviert wird. Herr Lison hat dazu im Nachgang der Sitzung eine Kontaktadresse übermittelt (www.bvm-maskshop.de). Eine Kontaktaufnahme ist vorgesehen.

Das nächste Treffen ist für Mai 2017 geplant, genauere Informationen zu Ort und Zeit sind in Vorbereitung und werden noch bekanntgegeben.

Ulrich Sonntag
Leiter DGM-Facharbeitskreis Quantitative Gefügeanalyse



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