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Exkursionsbericht der jDGM Jena nach Hamburg am 17.-18. Mai 2016

Der erste Ausflugspunkt auf unserer Exkursion nach Hamburg war ein Zwischenstopp am Institut für Angewandte Physik der TU-Braunschweig. In einem kurzen Vortrag gewährte uns der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Andreas Hangleiter, Einblicke in die Geschichte der Technischen Universität sowie zum aktuellen Forschungsstand der Halbleiterphysik.

Dabei ging es genauer um die Fragestellung:

Wie kann man blaues Licht erzeugen und wozu kann es verwendet werden?

Den Bezugspunkt hierzu bildete die Vergabe des Nobelpreises 2014 für die Entwicklung der blauen LED.

Im Anschluss an den Vortrag erhielten wir bei einer Führung durch die Labore die Gelegenheit, verschiedene Aufbauten zur Ablagerung von wenigen Atomschichten (z.B. CVD, Epitaxie) und die Analyse deren Eigenschaften in Augenschein zu nehmen, welche zuvor im Vortrag Erwähnung fanden.

Mit neuen Erkenntnissen ging es mit dem Bus weiter zum nächsten Punkt der zweitägigen Exkursion, dem DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron). Ein dort beschäftigter Masterand präsentierte uns zunächst den Aufbau des zur Helmholtz-Gesellschaft gehörenden Forschungszentrums und erläuterte die Entstehung von Synchrotron-Strahlung. Für viele war dabei sicherlich neu, dass es auf dem Gelände nicht nur einen, sondern drei unterschiedlich lange Beschleuniger gibt (DESY, PETRA, HERA).

Dabei dient der kleinere Beschleuniger jeweils dem nächstgrößeren als Vorbeschleuniger. Zusätzlich gibt es noch weitere Linearbeschleuniger.

Zum großen Glück unserer wissensdurstigen Exkursionsgruppe wird der größte Synchrotron Hera derzeit nicht verwendet, sodass wir einen Spaziergang durch den ca. 25m unter der Erde liegenden Wartungstunnel unternehmen konnten. Für die Besichtigung wurden wir in drei Gruppen geteilt, welchen dann die Funktionsweise eines Synchrotrons nicht nur in der Theorie, sondern auch anhand konkreter Bauteile, die aus nächster Nähe betrachten werden konnten, erklärt wurde. Zusätzlich zu den aktuellen experimentellen Aufbauten wurde unser Wissen mit einigen interessante Fakten zum Bau des gigantischen Betonfundamentes der dortigen Versuchshalle ergänzt. Dies bildete den Abschluss des ersten Exkursionstages. Die verbleibenden Stunden des Abends standen jedem einzelnen zur freien Verfügung. Daher war es für die Gruppendynamik umso schöner, dass sich der Großteil der Teilnehmer für ein gemeinsames Abendessen mit anschließendem Bummel durch das nächtliche Hamburg entschied.

Am zweiten und letzten Tag der Exkursion startete die Reisegruppe aus Jena gut gestärkt vom Generator Hostel zu einem Aushängeschild der schönen Hafenstadt: dem Airbus-Werk in Finkenwerder.

Nach einem obligatorischen Sicherheitscheck wurden wir dort ausführlich zu Aufbau, Logistik und Produkten des Unternehmens informiert. So erfuhren wir zum Beispiel, dass das Modell des A380 bis zu 800 Passagiere befördern kann. Als größte Einnahmequelle des Unternehmens wurden uns jedoch die Modelle der A320-Familie vorgestellt, deren monatliche Auslieferungszahl in naher Zukunft auf 60 Stück erhöht werden soll. Eine Vorstellung vom Fortschrittsgedanken des Unternehmens gewährte man uns mit der Erläuterung einiger Neuerungen für die A320-Modelle. Die neuen Modelle bekommen das Präfix „neo“ und zeichnen sich durch verbesserte Aerodynamik und Modifikationen der Triebwerke aus, was beachtliche Einsparungen bei der Kerosin-Zufuhr ermöglicht. Zusätzlich gab es einen kleinen Vortrag zum Composite Technology Center in Stade, welches eng mit Airbus zusammenarbeitet und sich der Forschung an sehr leichten und dennoch hochstabilen Komposit-Werkstoffen, vor allem CFK, verschrieben hat.

Nach einer kurzen Darstellung der Einstiegsmöglichkeiten bei Airbus und einem  kleinen Snack ging es dann mit einem erfahrenen ehemaligen Mitarbeiter in die Werkshallen. Dort konnte die Ausrüstungs- und Endmontage der A320-Flugzeuge aus modularen Teilstücken, die mittels firmeneigener Beluga-Flugzeuge aus Frankreich, Spanien, Deutschland und Großbritannien herbeigeschafft werden, begutachtet werden. Ins Staunen gerieten die Teilnehmer dann spätestens im Angesicht der gigantischen Dimensionen der Rumpfteile des A380,  die für die Endmontage in Frankreich vorbereitet wurden.

Nach der Aufnahme eines Gruppenbildes vor einem Superguppy, dem Vorfahren der Belugas, ging es dann auch schon rasch weiter.

Den Abschluss des zweiten Tages bildete der Besuch beim niederländischen Unternehmen Philips. Dieser hat bei allen Exkursionsteilnehmern einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen. In einer sehr entspannten Atmosphäre erhielten wir bei exzellenter Verköstigung eine knappe Vorstellung des Unternehmens.

Unglücklicherweise waren aufgrund unserer nachmittäglichen Ankunftszeit die meisten Mitarbeiter bereits im Feierabend, sodass wir bei der Führung auf weitestgehend leere Hallen stießen und vom üblichen Arbeitstrubel nicht viel mitbekamen. Dies tat der Begeisterung der Teilnehmer jedoch keinen Abbruch, da es neben der hauseigenen Glasbläserei zur Herstellung von Glaskolben für Röntgenröhren auch die Vorführung eines offenen CT gab. Dabei wurde schnell klar, warum es im medizinischen Einsatz im Hinblick auf einen ruhigen und entspannten Patienten Abdeckungen gibt und der direkte Blick auf die rotierenden Teile verwehrt wird.



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Redaktion: Dipl.-Ing. Fahima Fischer
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