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Erfahrungsbericht Praktikum Hydro Aluminum Technology Center

Nachdem ich 2010 im Rahmen eines Schüleraustausches für einen Monat in die USA reiste, stand für mich fest, dass ich noch einmal zurückkehren möchte, um Land und Leute besser kennen zu lernen. Auf dem MSE Kongress 2014 in Darmstadt traf ich Prof Hirsch und war sofort begeistert von der Möglichkeit ein Praktikum bei Hydro in den USA zu absolvieren.

Mit Visum und gepackten Koffern ging es dann ab Oktober in die USA und nach 6 Monaten hier in Michigan kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich froh bin diese Erfahrung gemacht zu haben. Während meiner Zeit in den USA konnte ich nicht nur mein theoretisches Wissen aus dem Studium praktisch anwenden, sondern auch persönlich über mich hinauswachsen und neue Freunde gewinnen. Soweit die Kurzfassung, hier noch ein bisschen mehr über meinen Aufenthalt in den USA:

 

Holland, Michigan und die USA

Holland ist eine Kleinstadt mit rund 33.000 Einwohnern an der Westküste des Michigan-Sees, welcher mit 58.000km2 größer ist als die Schweiz. Das Stadtbild ist geprägt von Kunstgallerien, Restaurants und Mikrobrauerein. Daneben hat Holland auch kulturell einiges zu bieten, mit der original niederländischen De Zwaan Windmühle, dem national bekannten Tulipfestival und Tanz und Theateraufführungen des ortsansässigen Hope Colleges. Leider war ich über die Wintermonate in Michigan und konnte so die Strandlandschaft nur bedingt ausnutzen, aber auch das Wandern über gefrorene Sanddünen und den nahegelegenen State Parks seinen Charme. Im Winter verwandelt sich Michigan in ein Schneeparadies für Langlauf-Skifahrer  und Schneeschuhwanderer.

Das Apartment, welches ich mir mit einem weiteren Hydro-Praktikanten teilte, lag etwas außerhalb des Stadtzentrums und da öffentliche Verkehrsmittel in den USA schwieriger zu finden sind, teilten wir uns ein Auto. Schnell wird einem hier klar, dass Tagesausflüge zu anderen Städten ohne fahrbaren Untersatz kaum möglich sind. Holland hat zwar einen Bahnhof, doch fahren die Züge nach Chicago z.B. nur einmal täglich. Seit meinem Aufenthalt in Michigan hat sich auch definitiv meine Einschätzung von Entfernungen verändert. Eine Fahrtdauer von 7 oder 8 Stunden, um jemanden mal kurz übers Wochenende zu besuchen scheint hier ganz normal.

Während meiner Zeit in den USA besuchte ich verschiedene andere Staaten, wodurch mir erst richtig die Größe des Landes bewusst wurde. Unterschiede zeigen sich nicht nur in Klima und Natur aber auch in einer unterschiedliche Mentalität der Einwohner verschiedener Bundesstaaten. Besonderes Highlight war mein Besuch in Washington DC während der 4. Technologie- und Wissenschaftsausstellung der USA und dem Kirschblütenfestival.

 

Das HATC

Das Hydro Aluminum Technology Center (HATC) ist das Qualitätslabor für die in Nordamerika ansässige Hydro-Gießereien und zusätzlich Ansprechpartner für Kunden bei auftretenden Problemen/Defekten. Als Praktikant habe ich meine Kollegen im Labor bei allen anfallenden Aufgaben unterstützt. Dies waren unteranderem alltägliche Laboraufgaben wie metallographische Probenpräparation, aber auch  Analyse mittels optischem und Elektronen-Mikroskop. Da neben den  regelmäßig anfallenden Proben zur Qualitätssicherung auch Proben von Kunden mit unterschiedlichsten Problemen zu untersuchen waren, hatte ich einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag. So konnte ich nicht nur mein Wissen über die Mikrostruktur, sondern auch über verschiedene Wärmebehandlungen und mechanische Eigenschaften unterschiedlicher Aluminiumlegierungen erweitern.

Neben meiner Arbeit am Standort Michigan hatte ich die Möglichkeit einen Kollegen mit zu einer der Hydro-Gießereien am Standort Henderson in Kentucky zu begleiten, wo ich den Gießprozess hautnah miterleben konnte. Zusätzlich half ich Ofentemperaturmessungen bei einem externen Kunden in Texas durchzuführen. Zudem hatte ich die Möglichkeit an einem MIG-Schweißkurs des „M-Tec Career Centers“, vergleichbar mit einer deutschen VHS, teilzunehmen und praktische Erfahrungen im Aluminiumschweißen zu sammeln.

Die Arbeitsatmosphäre am HATC war stets freundlich und meine Kollegen hatten stets ein offenes Ohr für Fragen. Was ich auf jeden Fall in diesem Praktikum gelernt habe ist, dass neben Fachwissen auch viel Erfahrung nötig ist, um Defekte mit Prozesstechnik und Ingotqualität in Beziehung zu setzen.

 

Vielen Dank an alle, die mich bei meinem Praktikum unterstützt haben, insbesondere Hydro und die DGM.



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Redaktion: Dipl.-Ing. Fahima Fischer
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