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Statement von Dr.-Ing. Frank O. R. Fischer zur Hannovermesse

Die Bedeutung der additiv-generativen Fertigung für deutsche Anwenderindustrien

Die additiv-generative Fertigung entwickelt sich immer mehr vom reinen Rapid Prototyping hin zur Serienproduktion und das, obwohl viele Systeme dafür nicht konzipiert sind.

Dabei sind die Kosten der Technologie noch signifikant höher als in der konventionellen Produktion und nur zu rechtfertigen durch Vorteile über den gesamten Anwendungszyklus und die Werkzeugkosten.Dass die Industrie trotzdem zunehmend additiv-generative Fertigung nutzt, belegt das große Potenzial der Technologie.

Der Wegfall geometrischer Beschränkungen beflügelt die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Produkte.Während in Dentaltechnik und Motorsport die additiv-generative Fertigung, auch aus hoch spezialisierten Legierungen, bereits heute auf Produktionsniveau ist, wird in anderen Branchen noch intensiv getestet.

Erfreulich für den Standort Deutschland: Den Markt industrieller Anlagen dominieren deutsche Unternehmen. Auch im Bereich der Werkstoffe und Prozesstechnik ist Deutschland führend. So stellte das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT unlängst optimierte Prozesstechnik vor. Nun können auch Magnesiumlegierungen per Selective Laser Melting (SLM) verarbeitet werden.

Typische Anwendungen nach Branchen:

 

  • Konsumgüter/Elektronik: Produktionswerkzeuge (Greifer), sog. "Embedded Electronics" wie RFID-Chips.
  • Automotive: Vor allem Rapid Prototyping und visuelle Hilfen. Im Motorsport bereits Produktion von Spezialkomponenten wie Kühlkanäle.
  • Medizin-/Dentaltechnik: Praktisch das gesamte Produktsortiment (Brücken, Kronen, Implantate, Prothesen) - über 30 Millionen additiv gefertigte Produkte sind weltweit bereits eingesetzt (Stand 2013). Maßanfertigungen von Knochenprothesen oder auch Hörgeräten.
  • Luft-/Raumfahrt: Produktion von Leichtbauteilen (Kraftstoffdüsen), unbewegliche Turbinenteile.Werkzeug-/Formenbau: Direkte und indirekte Produktion.
  • Andere: Praktisch jede fertigende Branche arbeitet an und mit additiv-generativer Fertigung. Auch beim Endverbraucher kommt die Technologie zunehmend an und findet vor allem im Hobbybereich, bspw. im Modellbau, Anwendung.

Mehr als eine Messestadt:

Die MatWerk-Metropole Dresden In Dresden verbinden sich nicht nur Geschichte und Moderne zu einer besonders reizvollen Kulisse: Mit über 2.500 Wissenschaftlern an über 20 Forschungseinrichtungen kann man Dresden ohne Übertreibung als die deutsche Metropole der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik bezeichnen. Sowohl für die Werkstoffwoche als der zentrale Anwenderkongress als auch für die Aussteller der Fachmesse ist es natürlich sowohl reiz- als auch sinnvoll sich dort zu treffen, wo viele der "Werkstoffe für die Zukunft" entwickelt werden. Darüber hinaus ist Dresden für das Zukunftsthema additive Fertigung ausgezeichnet aufgestellt. Dresden verbindet somit Gegenwart und Zukunft unserer Branche und das ist es schließlich auch was zu den zentralen Zielen der Werkstoffwoche gehört: Bleibende Verbindungen schaffen.

Rückblick & Ausblick auf die "Werkstoffwoche 2017"

Die Werkstoffwoche 2015 war ein voller Erfolg. Sie hat das selbst gesetzte Ziel erreicht maßgeblich zur Verknüpfung von Wissenschaft und Industrie, sowie zum Wissenstransfer aus der Forschung in die Anwendung beizutragen.

Davon zeugen die über 1.800 Besucher aus Wirtschaft und Wissenschaft, die an den vier Tagen dem Ruf der Werkstoffwoche nach Dresden folgten. In mehr als 60 Übersichtsvorträgen, 14 Symposien und 20 Seminaren wurde sich vernetzt und ausgetauscht. Darüber hinaus konnten im ersten Anlauf bereits 80 Aussteller für die Fachmesse gewonnen werden.

Besonderen Wert legt die Werkstoffwoche auf die Einbindung regionaler Experten und Institutionen. So waren das IFAM Dresden und die TU Dresden u. a. mit dem nachwuchsorientierten Speed Dating direkt in die Werkstoffwoche integriert. Darüber hinaus wurden 200 Freikarten an lokale Wissenschaftler und Handwerkern verteilt.

Die enge Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Dresden, futureSAX oder dem Fraunhofer Institut Dresden verlief ausgesprochen positiv und ebnete den Weg für weitere Aktionen und Kooperationen.

Rund 90 % der Teilnehmer gaben in einer Befragung an, dass die Werkstoffwoche wieder stattfinden solle und sie auch wieder teilnehmen wollen. Drei Viertel gaben an die Werkstoffwoche weiterzuempfehlen - beste Voraussetzungen also für den zukünftigen Erfolg.

Diese Erfolgsgeschichte soll mit der Werkstoffwoche 2017 vom 27.-29.09.2017 fortgeschrieben werden.

Die Werkstoffwoche verspricht also wieder zum Pflichttermin für alle Entdecker, Entwickler und Entscheider der Werkstoffbranche zu werden. Viele hochrangige Vertreter aus Wissenschaft und Industrie haben bereits zugesagt. Mit zahlreichen Vorträgen, Symposien, Seminaren und Workshops schlägt auch die Werkstoffwoche 2017 den Bogen von neuesten Erkenntnissen und Trends in die Anwendung. Einen Schwerpunkt bildet das Thema "Additive Fertigung und Leichtbau".



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Redaktion: Dipl.-Ing. Fahima Fischer
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