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Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen.

Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr stabil. Ähnliche Strukturen treten auch in magnetischen Systemen auf. In magnetischen Wirbeln ordnen sich die magnetischen Momente kreisförmig an. Diese sogenannten Skyrmionen sind nicht nur für die Grundlagenforschung sehr interessant – aufgrund ihrer Stabilität und geringen Größe könnten sie auch für die Entwicklung zukünftiger Magnetspeicher eine Rolle spielen.
Auch deshalb werden die magnetischen Wirbel aktuell intensiv erforscht. Die Frage, wann und wo sie auftreten, ist von besonderem Interesse. Ein Forscherteam der TU München, der Universität zu Köln und der TU Dresden konnte nun erstmals zeigen, dass magnetische Skyrmionen aufgrund unterschiedlicher Mechanismen mehrfach im gleichen Material auftreten können. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Physics berichtet es von deren Existenz in dem chiralen Magneten Cu2OSeO3 in der Nähe des absoluten Nullpunkts (-273,15 °C). Dazu muss jedoch ein Magnetfeld in eine bestimmte Raumrichtung angelegt werden.


Kleine Magnetstrukturen für kompakte Magnetspeicher?
„Skyrmionen finden sich normalerweise nur in einem einzelnen Bereich von Parametern, also in einem bestimmten Temperaturbereich oder einem Bereich magnetischer oder elektrischer Feldstärke. So ist das zumindest für alle Materialien, in denen diese bislang beobachtet wurden,“ erläutert Professor Christian Pfleiderer vom Physik-Department der Technischen Universität München, der Leiter des Forschungsprojekts.
„Das bedeutet natürlich eine Einschränkung für die Herstellung und technische Nutzung von Skyrmionen, da sie nur stabil sind, wenn man die exakten physikalischen Parameter, zum Beispiel Druck, Spannung oder Feld, zunächst findet und dann einhält. Jetzt haben wir in ein und demselben Material zwei unterschiedliche Skyrmionphasen entdeckt, die zwei getrennte Parameterbereiche aufweisen. Der neue Mechanismus galt als sehr schwach. Jetzt zeigt sich, dass es wesentlich mehr Möglichkeiten gibt, Skyrmionen zu erzeugen und kontrollieren als wir bisher dachten."

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Redaktion: Dipl.-Ing. Fahima Fischer
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