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DGM-Nachwuchsexkursion zur Siemens AG Duisburg und zur Universität Duisburg Essen

Am 22. März 2017 wurde eine DGM-Exkursion für den Nachwuchs zur Besichtigung der Produktion von Turboverdichtern der Siemens AG am Standort Duisburg sowie der Labore des Rapid Technology Centers und des RoboCoasters an der Universität Duisburg-Essen angeboten.

Als erster Programmpunkt der Exkursion fand die Besichtigung der Siemens AG in Duisburg mit der Produktion von Turboverdichtern statt. Herr Dr. Ralf Bode, Leiter Werkstoffe und Verfahren der Siemens AG und selbst langjähriges persönliches DGM-Mitglied, ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer am Haupteingang in Empfang zu nehmen und das Besichtigungsprogramm selbst zu leiten. Nach einer Begrüßung und der obligatorischen Sicherheitsbelehrung konnten die Nachwuchs-MatWerker durch die angeschlossene Firmenpräsentation einen Eindruck über die verschiedenen Divisionen der Siemens AG erhalten und sich einen ersten Überblick über den Standort in Duisburg mit seinen rund 2500 Mitarbeitern verschaffen. An diesem Standort können im Jahr bis zu 200 Turboverdichter in unterschiedlichen Größen (die größten Verdichter erreichen eine Förderleistung von bis zu 1,3 Millionen Kubikmeter pro Stunde) gefertigt werden, wobei jeder Verdichter speziell auf die Bedürfnisse des Auftraggebers zugeschnitten wird. Abgerundet wurde die Vorstellung durch verschiedene Grafiken und Fotos von Verdichtern der letzten Projekte, um eine Vorstellung der Dimensionen der fertigen Baugruppen zu erhalten.

In der anschließenden Führung durch die Produktionshallen wurden die unterschiedlichen Fertigungsschritte vom Fräsen der Turboladerlaufräder aus den Metallzylindern mit bis zu zwei Metern Durchmesser und dem anschließenden Löten mit eutektischen Gold-Nickel-Legierungen oder dem Verschweißen gezeigt. Dabei wurde sowohl auf materialwissenschaftliche Fertigungsprobleme eingegangen als auch dafür verschiedene Möglichkeiten zu deren Lösung aufgezeigt. Bei den anschließenden Montageschritten, dem Montieren und Wuchten der Laufräder auf den Antriebswellen oder dem Lagern der Wellen sorgten die Erklärungen zur nötige Präzision unter den Teilnehmern für Erstaunen. Abgerundet wurde der Fertigungsrundgang durch die Besichtigung des Mega-Testcenters - Europas größtem Erprobungsbereich für Verdichterstränge für die Öl- und Gasindustrie. In der 180 Meter langen, 40 Meter breiten und 35 Meter hohen Halle werden die produzierten Verdichterstränge mit bis zum 700 Tonnen Gesamtgewicht vor der Auslieferung ausgiebig getestet.

Abgeschlossen wurde die Besichtigung der Siemens AG durch ein gemeinsames Mittagessen mit Mitarbeiter des Standortes, bei dem letzte ungeklärte Fragen beantworteten und Kontakte geknüpft werden konnten.

Als zweiter Programmpunkt der Exkursion wurden die Labore des Rapid Technology Centers (RPC) Duisburg an der Universität Duisburg-Essen besichtigt. Ziele des RPC sind unter anderem, die Prozessführung zu optimieren, neue Werkstoffe zu qualifizieren oder die Fertigungsqualität (beispielsweise der Oberfläche) zu untersuchen und diese zu verbessern. Bei dem ausführlichen Rundgang wurde der state of the art der Additiven Fertigung vermittelt. Ausgehend von der Prozessvorbereitung durch die Erstellung eines digitalen 3D-Modells und der Optimierung der Ausgangslage des zu fertigenden Bauteils wurden die verschiedenen Fertigungsverfahren vorgestellt, umfangreich die Vor- und Nachteile sowie etwaige Besonderheiten erläutert und auf die Ausgangsmaterialien (Metall-, Polymerpulver oder Polymerdraht) eingegangen. Durch zahlreiche Anschauungsobjekte konnten die Exkursionsteilnehmer ein Gefühl dafür bekommen, welche Genauigkeiten und Feinheiten mit dem jetzigen Stand der Technik zu erreichen sind und in welcher Zeit bestimmte Bauteilgrößen und -geometrien aktuell gefertigt werden können.

Das Highlight dieser Besichtigung stellte jedoch der RoboCoaster dar. Dabei handelt es sich um einen Roboterarm der Firma KUKA an dessen Ende eine Sitzkanzel einer Achterbahn angebracht wurde. Dieser Eigenbau wird wissenschaftlich dazu genutzt, um Bewegungsabläufe zu simulieren und die Wirkung dieser auf die mit einer Virtual-Reality-Brille ausgestatteten Versuchsperson zu testen.

Die Exkursionsteilnehmer durften die sechs vorprogrammierten Bewegungsabläufe des Roboterarms mit steigenden Geschwindigkeiten der Bewegungen und der Anzahl der Drehungen selbst erproben. Jeder Teilnehmer konnte dabei selbst entscheiden, welche Belastung er seinem eigenen Körper (und allem voran seinem Magen) zumuten wollte. Die Fahrten erzeugten unter den mutigen Nachwuchs-MatWerkern große Freude und waren leider viel zu schnell vorbei.



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Redaktion: Dipl.-Ing. Fahima Fischer
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